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Nicola Klaiber geb. Gehrke

geboren am 12. November 1954 in Frankfurt/Main
gestorben am 18. Dezember 2018 in Tübingen

Wer etwas über Mamas Werdegang sehen möchte, kann hier auf Ihrer Theaterprojektseite fündig werden: http://www.nasca-theaterprojekt.de 

(kann es hier leider nicht als link einfügen, daher bitte Adresse kopieren)


An alle die nochmal die letzten 2 Monate nachlesen wollen, einfach weiterlesen... (In Worten von Claudia und mir (Sarah) im Mix):

 

Nicola bekam vor zwei Monaten, am 17. Oktober, völlig überraschend eine schlimme Krebsdiagnose.  Direkt vorher waren sie und ihr Mann Wolfgang Wandern in den Bergen. Sie war ja fit und hat kämpfen wollen mit allem, was möglich ist. Auch an die Teilnahme an Versuchsreihen zur Erforschung neuer Therapieansätze dachte sie - aber dann lief einiges schief, eine zu harte Chemo, mit mehr Nebenwirkungen als üblich bis hin zu einem doppelten Schlaganfall, weswegen sie dann in der Neurologie des Marburger Unikrankenhauses landete. Kurz darauf wurde noch eine Herzentzündung festgestellt und als mögliche Ursache des Schlaganfalls vermutet (aber es wurden absolut keine Erreger nachgewiesen). Die jungen Ärzte dort gingen nach Schulbuch vor, sie  gaben ihr trotz Ungewissheit welche Ursache die Herzentzündung hat (und ob es überhaupt eine ist oder die Ablagerung nicht "einfach" vom Krebs kam...) aus „Sicherheitsgründen“ starke Antibiotika, was sie weiter extrem schwächte  und quälte, denn ihr war dauernd übel so dass Sie auch irgendwann nichts mehr zu sich nehmen konnte. Mama war sich sicher, dass sie keine Entzündung hatte, es war aber auch schwer, den Argumenten der Ärzte zu widersprechen. Schmerztherapie wurde in der Uniklinik auch so gut wie nicht gemacht.  

Es wurde gefühlt eine Tür nach der anderen hinter ihr zugeschlagen –  dazu kam, dass die Pfleger dort wie aus einem Horrorfilm entsprungen waren (ließen sie lange auf der Toilette warten, regten sich auf dass Sie "ständig" was wollte (sie war halbseitig gelähmt seit den Schlaganfälle, dass man da etwas mehr Hilfe der Pfleger benötigt ist ja "sooooo" ungewöhnlich))  – nun ja eine solche Klinik ist ja nicht auf Pflege eingestellt. Ich (Sarah) habe dann versucht über Freunde und Familie ein Betreuungsnetzwerk zu organisieren, so dass zumindest tagsüber fast jederzeit jemand an Ihrer Seite ist der Ihre Interessen mit vertreten konnte und sie auch unterstützen konnte bei allen alltäglichen Dingen...


Wir schafften es dann, dass sie vor gut 14 Tagen nach Tübingen ins Paul-Lechler-Krankenhaus  verlegt wurde, ein Krankenhaus mit einer sehr guten Palliativstation und sehr guten Ärztinnen. Dort wurden als Erstes die Antibiotika abgesetzt und Schmerztherapie gemacht. Anfangs sah es auch aus dass Sie evtl. doch wieder zu Kräften kommen könnte, es gab sogar 2 Tage an denen sie wieder ein bisschen was über den Mund selber zu sich nehmen konnte. Aber die Übelkeit war dann doch zu stark und quälte sie weiter, die Mittel, die am besten wirkten, machten sie auch sehr müde. Es war einfach schon zu spät und zu viel womit der Körper kämpfen musste...

Am Montag, den 17.12. wurde ich (Sarah) aus dem Krankenhaus morgens angerufen mit der Info dass sich Ihr Zustand sehr verschlechtert hat, das sie nicht mehr reagierte... Sie hat die ganze Zeit wie tief geschlafen, es gab auch immer mal wieder Zeiten mit Atemaussetzern, aber dann auch wieder nicht. Man wusste jetzt es konnte jederzeit soweit sein. 

Wolfgang, Ihr Mann, der sie sehr liebt, hatte sich zu den ganzen Dramen auch noch seinen Fuß vor 2 Wochen gebrochen, da er gedankenversunken an Sie die letzte Stufe seiner Treppe übersehen hatte. Er hat sich extra in der BG Klinik in Tübingen operieren zu lassen, um in Ihrer Nähe zu sein. Als Claudia am Sonntag, Mama Grüße von Wolfgang ausrichtete und dass er an sie denke, sagte Mama noch scherzhaft "so ist's recht". Seine OP war am Freitag, 14.12. und am Montag wurde er entlassen, so dass er wenigstens sich noch von Ihr verabschieden konnte, bedauerlicherweise sie jedoch ihm keine Reaktion mehr zeigen konnte (ich denke jedoch dass Sie es irgendwo im Unterbewusstsein wahrgenommen hat)...

Die letzten beiden Tage Montag und Dienstag hat sie wie geschlafen, aber vermutlich schon noch viel mitbekommen, konnte nur nicht mehr reagieren. Am Montag kämpfte sie auch im "schlafenden Zustand" immer noch mit der Übelkeit, sie bekam abends dann eine Sonde. 

An ihrem letzten Tag jedoch, dem Dienstag, 18.12.18,  wirkte sie entspannt und befreit, vielleicht war das ihr erster Tag seit Wochen ohne Übelkeit.

Richard (der hier einmal im Jahr von ihr organisiert  Stimmworkshops gab, den sie seit 40 Jahren kennt und der ihr ein sehr wichtiger Freund war) aus New York, war die letzten 3 Tage da, mit einer gemeinsamen Freundin aus Berlin, die auch Gesang macht, beide haben viel gesungen und mit ihr geredet. An der Wand ein digitaler Fotorahmen, in den Richard Fotos von Nicola in Situationen mit ihm und mit ihm und seinem Mann gespeichert hatte, die liefen die letzten Tage. Ich (Claudia) habe dann einmal den Pflegerinnen, die das sehr schön fanden, viel erzählt anhand der Bilder


Die letzten zwei Stunden war ich (Claudia) allein bei ihr, ich merkte an kleinen Geräuschen, als würde sie etwas zu sagen versuchen, aber immer entspannt, und an ihren Augen, also hinter geschlossenen Lidern, dass sie etwas mitbekommt von dem, was ich redete – ich habe z.B. von ihrer Idee, über die wir vor ein paar Monaten mal sprachen, dass sie einige Kinderbücher für Lea bei mir im Verlag macht, eine Minireihe „Nicola Kids“ – und andere Erinnerungen und auch, dass alle mit ihrer Liebe hier seien, auch wenn nur ich körperlich anwesend sei,  und dann kurz ein wie weinender Ausdruck und direkt danach befreites richtiges Lächeln, wie ein Schritt von da nach dort, und noch ein paar Atemzüge.


Am Tag danach konnte sie noch in ihrem schönen Zimmer im Paul-Lechler-Krankenhaus bleiben, zart „aufdrapiert“ von den Pflegerinnen, da es noch manche Freunde gab, die sich von ihr verabschieden wollten.

Ein wunderbares Krankenhaus für ihre letzten zwei Wochen


In der ersten Woche im Paul-Lechler sagte sie: ich fühle mich noch zu schwach, aber wenn ich mich etwas besser fühle, wenn die Übelkeit besser wird, besuche ich euch in Hagelloch. Das zeigt wie sehr Sie bis zuletzt die Hoffnung nicht aufgegeben hat.

Ihr Verlust ist sehr schwer für uns, und auch wie schnell alles ging, macht alles ganz unwirklich und unbegreiflich. Wenn man schon gehen muss, dann wünscht man sich jedoch dass man nicht lange leiden muss und keine Schmerzen ertragen muss. Das warum es so schnell einen letzten Tag geben musste ist somit sehr schwer aber die Umstände wie Ihr letzter Tag verlief sind ein kleiner Trost gewesen, da sie so entspannt und friedlich wirkte und sanft entschlafen ist... 

Kerzen

Kerze

Marina
entzündete diese Kerze am 4. Januar 2019 um 7.06 Uhr

Ein paar Worte, an einem Punkt des Lebens,
an dem es keine Worte mehr gibt.
Nicola, die Mutter meiner besten Freundin.
Nicola, voll Leichtigkeit und doch auch Schwere.
Verständnisvoll. Liebevoll. Engagiert.
Du warst da, als meine Mama vor 2 Jahren ging.
Nun bis Du selbst nicht mehr da.

Eine Kerze für Dich. Du wirst für mich immer in Erinnerung bleiben.
In tiefer Trauer. Marina

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Kondolenzen

Stimmungsbild

Kordula Lobeck de Fabris
schrieb am 28. Dezember 2018 um 11.53 Uhr

Liebe Nicola,
viele lange Jahre sind unsere Lebenswege verbunden, haben sich gekreuzt, sind gemeinsam gelaufen, haben sich entfernt und wieder gefunden ...
Ich bin dankbar, dass ich dich noch besuchen durfte um mich von dir auf dieser Welt zu verabschieden.
Zusammengebracht hat uns vor 42 Jahren ein peruanisches Abenteuer, zusammen gehalten die Faszination für das Theater, die Liebe zu Mario Delgado und die Träume von einer besseren Welt.
Ich sehe dich vor mir mit einem großen Koffer im Patio des Goethe Instituts in Lima: "Nicola Gehrke-Elschner - Nina", ich sehe uns in der Tiendecita Blanca in Erinnerungen an die ferne Heimat genüsslich vor Schwarzbrot und Schinken sitzen, ich sehe uns voller Erwartung auf Nachricht von Zuhause zum Postfach ins Zentrum von Lima laufen .... und ich sehe dich in deinem Krankenbett, in einem Zimmer so voller Liebe, Hoffnung, Wünschen und Erinnerungen.
Mein letztes Bild von dir: friedlich, ruhend, dich vorbereiten auf die große Reise in eine andere Welt.
Mein Mitgefühl an Wolfgang, deinen Mann, an Sarah, deine Tochter und an deine gesamte Familie.
Kordula

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Termine

Der letzte Termin

Beerdigung, Friedhof Tübingen-Hagelloch

Freitag, 28. Dezember 2018 11.00 Uhr

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